Tiefe Wunden
Sie findet es erst richtig gut,
wenn es über ihren Arm läuft - das Blut.
Eine Träne über ihr Gesicht rennt,
wenn ihr Schmerz so qualvoll brennt.
Ihre Haut durchfährt ein Schauer,
endet nicht und wird nicht lauer.
Sie schaut ihre Arme an,
frägt, warum sie nicht aufhören kann.
Dennnoch hört sie nicht auf,
sondern schneidet ihre Haut noch weiter auf.
Die Narben werden ewig bleiben,
doch sie lässt nicht ab zu leiden.
Sie schneidet fester und schlimmer,
und das fast immer.
Man kann sie nicht mehr heilen,
denn sie wird nicht mehr lang verweilen.
Sie will die Wunden nicht mehr sehen,
und überlegt von uns zu gehen.
Sie will sich nicht länger quälen,
denn ihre Narben kann man nicht zählen.
Sie ritzt tief in ihre Adern rein,
sieht sich im Spiegel Blute wein.
Das Leid schießt durch ihre Venen,
sie kann sich nicht mehr nach dem Leben sehnen.
Jetzt kann sie nichts mehr dagegen tun,
und muss bei den Toten ruhn.